Kinder bewerfen Politiker mit Eiern 

Bubendorf | Eierläset wegen Schnapszahl erst am Montag

Nicht alle Gemeinden im Baselbiet feierten ihren Eierläset am Sonntag. Am Montag, 4.4.16 hat Bubendorf nicht nur den Eierläset nachgeholt, sondern den Anlass mit dem 777-Jahre-Jubiläum kombiniert.

Caroline Bobillier

Kombiniert mit der anschliessenden 777-Jahre-Jubiläumsfeier in der Sporthalle Sappeten feierte das Dorf am Montag, 4.4.16, als letzte Gemeinde des Baselbiets den Eierläset. Denn dieses Datum entspricht der Postleitzahl der Gemeinde: 4416.Auf den Vorschlag der einheimischen SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger wurden diese beiden Veranstaltungen miteinander vereint (die «Volksstimme» berichtete). «Bubendorf ist eine Gemeinde, die immer einen guten Grund zum Feiern hat», sagt Sollberger in der Begrüssungsrede.

Dies sei bereits seit 777 Jahren so. In ihrer Rede betont die Nationalrätin, dass Bubendorf eine Gemeinde sei, die von und mit den Vereinen lebe. Doch neben dieser Rede stellt sie sich neben Regierungspräsident Anton Lauber, Regierungsrat Thomas Weber, Bürgerratspräsident Roger Frey, Gemeindepräsident Erwin Müller und Landratspräsident Franz Meyer beim Eierläset auch als Fängerin zur Verfügung. Nach dem Feierabend wird der Vorplatz der Sappetenhalle immer voller. Mit Adleraugen suchen sich die Besucher einen freien Platz und unterhalten sich über die neusten Dorf-Ereignisse. Die Gäste geniessen die letzten warmen Sonnenstrahlen. Plötzlich ertönen laute Schüsse. Erschrocken durch den abrupten Knall, schauen sich plötzlich alle um. Hinter einer Hecke laufen Kinder aus unterschiedlichen Vereinen ein. Die jungen Läufer vertreten unter anderem den FC Bubendorf, die Mädchenriege und den Turnverein. Jedes Team wird von seinem fangenden Politiker zum Start geführt. Und bald heisst es: «Achtung, fertig, los!».

Voller Freude rennen die Läufer um die Wette und fordern jegliche Beweglichkeit der Politiker heraus. Mit beeindruckenden Schwalben, Pirouetten und Hüpfern zeigen sich Sandra Sollberger, Anton Lauber, Thomas Weber, Franz Meyer, Erwin Müller und Roger Frey von ihrer sportlichsten Seite. Nach einem zielsicheren Wurf gewinnt das Team von Franz Meyer.

Nachdem auch die restlichen Teams ihr letztes Ei in Sicherheit gebracht haben, geht der Anlass in der Sporthalle weiter. Anton Lauber, der zuvor noch nie mit einer schmutzigen Hose an einem Rednerpult stand, meint in seiner kurzen Rede: «Heute habe ich gelernt, dass nicht jeder, der dich mit Eiern bewirft, es schlecht mit dir meint.» Es habe ihm Spass gemacht und Bubendorf sei ein Dorf, das lebt.

Akustikprobleme in der Halle

Während die Gäste gemütlich Eier in irgendeiner Form hungrig verspeisen, kämpfen der gemischte Chor Feuflibertal und das Jodlerchörli Wildenstein verzweifelt gegen die Akustikprobleme der Sporthalle an. Da es der erste solche Anlass in der Sappetenhalle sei, fehlte dem Organisationskomitee die nötige Erfahrung, so Christoph Herzog, Leiter des Organisationskomitees: «Im Nachhinein ist man immer gescheiter.» Mit der Veranstaltung ist Herzog zufrieden: «Die Erwartungen wurden mit ungefähr 600 Besuchern in der Halle eindeutig übertroffen.» Die überraschend hohe Beteiligung der Bevölkerung werde ihm bestimmt in bester Erinnerung bleiben. Besonders schön fand Herzog, dass sich auch viele Vereine engagiert haben. Es sollte ein Fest für das Dorf sein und dies sei sehr gut gelungen.

Christoph Herzog hofft, dass den Besuchern die Veranstaltung lange haften bleiben wird: «Der 4.4.16 ist ein einmaliger Anlass, denn in 100 Jahren werden die wenigsten von uns noch leben.»